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2017-05-18

Glykon, der Muppetgott

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Glykon, und ich bin ein Gott. Oder so hat man von mir gesagt. Früher habe ich am Schwarzen Meer in einem Fischerdorf gewohnt; Abonuteichos hieß es damals, unter den Römern. Das wurde ein richtiger Touristenmagnet, als mein Prophet Alexandros und ich dort einzogen. Wir beide haben damals nämlich Orakel gestellt wie die Kollegen drüben in Delphi - der Name sagt Ihnen doch etwas? Mit sowas konnte man damals richtig Kohle machen, denn was die Zukunft bringt, ja, das will doch jeder wissen vom Kaiser bis zum Küchensklaven. 
   In der Pharmaindustrie waren wir auch tätig. Mein Vater ist nämlich Asklepios, der Gott der Heilkunst, und da lag es doch nahe, ins Medikamentengeschäft einzusteigen. Alexandros meinte übrigens immer, er sei der Sohn von Podalirios, meinem Bruder. Also hätte er eigentlich Onkel zu mir sagen sollen. Aber er nannte mich immer nur seinen Süßen - Glykon halt, denn er redete ja Altgriechisch.
   Das war ein Mordsgeschäft, das wir beide damals hatten. Bis dieser Witzbold vorbeikam, Lukian von Samosata. Der war nun so ein ganz Moderner, einer, der richtig "wissenschaftlich" sein wollte. Er glaubte nämlich überhaupt nicht an Götter und an Wunder und Prophezeiungen, und er behauptete von mir, ich sei ein Muppet - eine Miss Piggy für olle Römer, unglaublich! ein Gliederpüppchen mit Fäden dran, mit denen mein Prophet seine ganzen Gläubigen zum Narren hielte, auch die Statthalter und die Legionskommandeure. 
   Ich meine, ein bisschen Vertrauen darf ich doch wohl erwarten, oder? Wundert es Sie da noch, dass mein Alexandros diesen Frechdachs im Meer versenken wollte? Schon, als er jenen ganz gesittet empfangen hatte und ihm den Handkuss gewähren wollte, da hat dieser Lukian ihn doch glatt in die Pratze gebissen, dass man die Zähne sah. Wirklich! Glauben Sie mir etwa nicht? Das erzählt Lukian selbst in seiner Reportage, in der er meinen Alexandros als den größten Gauner seit Alexander dem Großen bezeichnete! Lesen Sie es selbst nach, bei ihm finden Sie viele Taschenspielertricks beschrieben, die Ihre ... Gurus sagt man doch? ... noch heute benutzen, um die abergläubischen Trottel zu verführen. Womit ich nicht sagen will, dass Sie einer sind; Sie denken doch eher wie dieser Lukian, der immer alles mit Vernunft hinterfragen und logisch deduzieren wollte, oder? Und das vor 1850 Jahren! 
   Wissen Sie, zugehört hat ihm ja kaum einer damals. Wer betrogen sein will, der wird halt betrogen, und mich hat man noch angebetet, als er schon lange im Hades herumsaß, an den er auch nicht geglaubt hat. Aber wie er das alles aufdeckte, was mein Alexandros und ich zusammen aufgezogen haben, das ist schon eine Komödie, die seine Leser zum Lachen bringt. 
   Die kommentierte Neuübersetzung Lukian gegen den Lügenpropheten ist im Handel, da können Sie sich selber überzeugen. Wer von beiden aber mehr gelogen hat, Alexandros oder Lukian, diese Entscheidung überlasse ich lieber Ihnen.

Besuchen Sie mich doch mal in Ankara! Dort finden Sie mich im Museum für Anatolische Zivilisationen, so, wie ich hier oben auf dem Bild vor Ihnen sitze. Ich freue mich auf Sie!

Herzlichst,

Ihr Süßer Glykon

2017-05-17

Neuauflage: Lukian gegen den Lügenpropheten - New edition: Lucian vs. the False Prophet

U. a. wegen der Kritik am ursprünglichen Titel, die das Buch für manche schwer auffindbar machte, haben wir eine Neuauflage unserer kommentierten Übersetzung von "Alexandros oder: Der Lügenprophet" des griechisch-syrischen Satirikers Lukian von Samosata (2. Jh.) aufgelegt. Die Neuausgabe enthält ein anderes Layout und mehr Bilder sowie einige Fehlerkorrekturen. 
Der arg kritisierte "Headbanger" ist aber in der Übersetzung drin geblieben!

(Einfach dem obigen Link zur Bestellung folgen)





Due to complaints about the original title that had made the book hard to identify for some, we have published a new edition of our annotated translation of the classic, 'Alexandros, or: The False Prophet' by the Greek-Syrian satirist Lucian of Samosata (2nd century A.D.). This new edition has a different layout and more illustrations, and also some emendations to the text. 
But the heavily critisised "Headbanger" has stayed!

(Follow the above link for ordering)


2015-11-12

Jetzt sind wir auch bei Tolino-Media

 
Nach starken technischen Anlaufschwierigkeiten scheint sich Tolino-Media nun als Alternative für Selbstverleger etabliert zu haben.

Eigentlich waren wir das von Anfang an. Wir gehörten zu den Kunden der ersten Stunde bei #Tolino-Media, luden zwei unserer #Ebooks hoch und stellten fest, wie überladen das System beim Start mit Kinderkrankheiten war: Eine sinnvolle Nutzung wurde anfangs vor allem durch die überkandidelte Validierungsfunktion für das #Epub-Format unmöglich gemacht.

Inzwischen sind diese Kinderkrankheiten behoben bis auf eine - die #Schlagworte werden zuweilen nicht abgespeichert, was dann dazu geführt, dass der Prüfer ungerechtfertigt per Email meckert; aber das Problem ist inzwischen bekannt und durch ein Softwareupdate jetzt hoffentlich auch erledigt.

Inzwischen haben wir sechs unserer deutschsprachigen Bücher auch bei Tolino verfügbar. https://www.tolino-media.de/de/search?searchTerm=Codex+Regius  Es sind im Einzelnen:

- der historische Roman "Corpus Sacrum"
- seine Fortsetzung "Gesetzbuch des Kosmos"*
- der Hard-SF-Roman "Die Reiter des Mars"
- die kommentierte Literaturübersetzung "Die Schlange und ihr Priester"
- das raumfahrtgeschichtliche Sachbuch "Die Vergessenen Astronauten" und
- die Studie des Atlantismythos "Atlantika"

* Die zweite Fortsetzung "Räderwerk des Schicksals" steht wegen Problemen mit der Validierung noch aus, folgt aber in den nächsten Tagen.